Xenia Reich-Hemmerich

Xenia Reich-Hemmerich ist die Leiterin der Kulturberatung Jena – eine zentrale Anlaufstelle für die freie Kulturszene mit Fokus auf Musikschaffende.

Interview

  • Welche Bedeutung haben Vinyl und Plattenläden in deinem Leben?

    Für mich sind Plattenläden zentrale Begegnungsorte – nicht nur, um Schallplatten zu kaufen, sondern vor allem als Räume für Austausch, Inspiration und Vernetzung innerhalb der Musikszene.

    Vinyl wiederum steht für das physisch Greifbare in einer zunehmend entmaterialisierten, digitalen Welt: ein sinnliches Musikerlebnis mit Klang, Haptik und visuellem Ausdruck, das weit über das bloße Hören hinausgeht.

  • Welche zusätzlichen Features (neben Schallplatten) sollte deiner Meinung nach jeder gute Plattenladen besitzen?

    Ein guter Plattenladen braucht für mich nicht nur eine hochwertige Auswahl, sondern auch gutes Fachpersonal, ordentliche Kopfhörer, eine gute Kaffeemaschine – und unbedingt ein gemütliches Lümmelsofa zum Verweilen.

  • Worauf freust du dich am meisten bei der Jury-Arbeit zum EMIL_?

    Ich freue mich besonders darauf, spannende Plattenläden aus anderen Städten kennenzulernen und mich mit den Jurymitgliedern über die aktuelle Situation der Läden und der Musikbranche insgesamt auszutauschen.

  • Was war der letzte Vinyl-Schatz, den du im Plattenladen gefunden hast?

    Mein letzter Vinyl-Schatz war „Vital Idol“, das Remixalbum des englischen Rocksängers Billy Idol – eine absolute Perle aus der Vergangenheit.

  • Was macht für dich den Reiz von Vinyl gegenüber digitalen Formaten aus?

    Vinyl bedeutet für mich nicht nur, gute Musik zu besitzen, sondern auch, Künstler*innen für ihre Arbeit angemessen zu entlohnen. Es ist die Haptik, der warme Klang, das sichtbare Cover – und das wunderbare Gefühl, eine Platte ganz bewusst ins Regal zu stellen.