Stefan Vogelmann

Stefan Vogelmann ist Gründer und Geschäftsführer des unabhängigen Hamburger Musikvertriebes Broken Silence. Zuvor war er 12 Jahre Verkaufsleiter und Sales Director bei EFA Medien. Während seiner langjährigen Tätigkeit in der Branche hat er fast alle Schallplattenfachgeschäfte Deutschlands besucht und deren Inhaber*innen und Mitarbeiter*innen persönlich kennenlernen dürfen.

Interview

  • Was motiviert dich, auch in 2025 in der EMIL_Jury tätig zu sein?

    Da sind zu viele tolle Plattenläden, welche noch nicht ausgezeichnet werden konnten, die unser Engagement brauchen.

  • Was kann der EMIL_ deiner Meinung nach bewirken?

    Buch und Schallplatte gehören längst auf Augenhöhe in unserer Gesellschaft. Das Buch ist sowohl bei Öffentlichkeit und Politik viel etablierter – wieso eigentlich? Der EMIL sorgt für bundesweite Wahrnehmung mit Glitzereffekt.

  • Was hast du aus der Juryarbeit und dem Austausch mit den Händler*innen an Erkenntnissen mitgenommen?

    Es gibt wirklich viele grandiose Betreiber*innen, die mit so unterschiedlichen Stilen tolle Inhalte vermitteln.

  • Warum braucht es in 2025 und darüber hinaus Plattenläden?

    Plattenläden-Besuche können die eigene Welt verändern – meist hin zu einem wichtigen Bewusstsein verbunden mit Respekt für Genre-faszinierende Veröffentlichungen.

  • Gab es für dich ein Learning, hinsichtlich der deutschen Plattenladenlandschaft?

    Als Inhaber*in kann man leider nach wie vor oft nicht davon leben – alte und junge Betreiber*innen – Idealist*innen, Grenzgänger*innen, Musikverrückte Enthusiast*innen sind meist in Zweitjobs unterwegs oder haben eine(n) finanzkräftigen Partner*mit sicherem Einkommen an ihrer Seite.

  • Was soll der EMIL_ deiner Meinung nach bewirken?

    Ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Plattenläden Kulturstätten und wahnsinnig schöne Begegnungsstätten sind. Der EMIL soll Gründer*innen ermutigen, einen Plattenladen zu eröffnen, auch in Kleinstädten.

  • Dein bewegendster Moment auf der Preisverleihung?

    Die schönen Laudationen auf die Preisträger*innen, die Anwesenheit ganz unterschiedlicher Menschen aus Musik, Politik, Kultur und Wirtschaft, die Freude der Gewinner*innen und die vielen Umarmungen.

  • Welche Bedeutung haben Vinyl und Plattenläden in deinem Leben?

    Die unterschiedlichen Schallplattenladenkulturen haben mich stets begeistert. Kein Laden ist wie der andere. Jeder Besitzer / Besitzerin handhabt das anders und setzt seine / ihre Schwerpunkte – genial.

  • Welche zusätzlichen Features (neben Schallplatten) sollte deiner Meinung nach jeder gute Plattenladen besitzen?

    Zum Schallplattenladen gehört auch immer noch eine gut kuratierte CD-Auswahl. Es gibt Labels (viele im World Music Bereich) die nur das Geld für eine physische Pressung / Herstellung aufbringen können – da wird oft die kostengünstigere Variante, die CD gewählt. Letztendlich geht es um tolle Inhalte und nicht um Formate.

  • Worauf freust du dich am meisten bei der Jury-Arbeit zum EMIL_?

    Das Zusammenspiel innovativer, neuer Ideen mit immer noch funktionierenden –altbewährten- Strategien – ich hoffe auf ganz viele Bewerbungen!

  • Was war der letzte Vinyl-Schatz, den du im Plattenladen gefunden hast?

    The Kills – God Games (Domino)

  • Was macht für dich den Reiz von Vinyl gegenüber digitalen Formaten aus?

    Vinyl ist das intellektuellere und coolere Format – was gibt es Schöneres als ein kunstvoll gestaltetes Plattencover.