
Marie Montexier
Marie Montexier ist eine Musikerin und DJ aus dem elektronischen Musikbereich. Als DJ und Betreiberin des Labels Paryìa macht sie Vinylkultur hör- und sichtbar. Als Mitbegründerin des Kollektivs Précey, setzt sie sich für die Unterstützung von Frauen, queeren und nicht-binären Künstler*innen in der Welt der Tanzmusik ein.
Interview
Warum braucht es in 2025 und darüber hinaus Plattenläden?
Plattenläden sind Orte der Begegnung und des Austauschs. Die Menschen und Gespräche, die man dort erlebt, findet man online deutlich seltener wieder. Lasst uns also wieder öfter in den Plattenladen gehen!
Was hast du aus der Juryarbeit und dem Austausch mit den Händler*innen an Erkenntnissen mitgenommen?
Eine Erkenntnis aus dieser Arbeit ist, lokale Künstler*innen stärker in ihrem Schaffen zu unterstützen. Einen guten Überblick über lokale Produzent*innen bekommt man auch, indem man mit lokalen Händler*innen ins Gespräch kommt.
Gab es für dich ein Learning, hinsichtlich der deutschen Plattenladenlandschaft?
Es braucht mehr Diversität hinter dem Tresen. Wir sind immer noch an einem Punkt, an dem es viel zu wenige FLINTA- und BIPoC-Personen hinter den Tresen der Plattenläden gibt. Ich wünsche mir, dass sich das ändert.
Worauf freust du dich am meisten bei der Jury-Arbeit zum EMIL_?
Die intensiven Diskussionsrunden, weil jede*r hat doch seine Lieblingsvorstellungen!
Was kann der EMIL_ deiner Meinung nach bewirken?
Was der EMIL_ bewirken kann und soll, lässt sich in einem Satz beantworten: Er soll motivieren. In vielerlei Hinsicht: sei es Community Building, Diversität etc. Natürlich soll er Plattenläden in ihrem Schaffen unterstützen, aber auch neue Ideen und Projekte anstoßen.
Welche Bedeutung haben Vinyl und Plattenläden in deinem Leben?
Vinyl ist in meinem Leben nicht nur mein Arbeitsmittel, sondern auch ein wichtiger Bezug zur Musik, die ich liebe. Auf einer Schallplatte steckt nicht nur die Musik, die ich liebe, sondern auch das ganze Kunstwerk, das sie mit sich bringt: das Cover, die Details und alle Mitwirkenden sind in diesem Medium vereint. Gleiches gilt für Plattenläden. Die Liebe zum Detail und die Menschen, mit denen man sich austauscht, sind ein wichtiger Bestandteil des Musikerlebnisses beim Kauf.
Welche zusätzlichen Features (neben Schallplatten) sollte deiner Meinung nach jeder gute Plattenladen besitzen?
Ich denke, dass zu viel Wert auf Extra-Features gelegt wird. Das Wichtigste ist meiner Meinung nach die gelungene Auswahl sowie eine Offenheit und beratende Leistung, die man seinen Vinylkäufer*innen mitgeben sollte.
Worauf freust du dich am meisten bei der Jury-Arbeit zum EMIL_?
Ich freue mich darauf, noch genauer hinzuschauen. Ich bin gespannt auf die unterschiedlichen Plattenläden, die sich bewerben, und darauf, mir anzuschauen, was jeder Plattenladen zu bieten hat.
Was war der letzte Vinyl-Schatz, den du im Plattenladen gefunden hast?
Traxster – Believe (2001)
Was macht für dich den Reiz von Vinyl gegenüber digitalen Formaten aus?
Der Gang in den Plattenladen gibt mir persönlich das Gefühl, dass ich Musik anders und langsamer konsumiere. Es ist also eine persönliche Entschleunigung.