
Katrin Göring-Eckardt
Katrin Göring-Eckardt ist Mitglied des Deutschen Bundestages. Geboren am 3. Mai 1966 in Friedrichroda (Thüringen); evangelisch; in Patchworkfamilie lebend, zwei Söhne, Großmutter. 1984 Abitur, Theologiestudium in Leipzig (ohne Abschluss). In der DDR parteilos, Mitarbeit im Arbeitskreis Solidarische Kirche. 1989 Mitglied im Demokratischen Aufbruch, 1990 Gründungsmitglied von Demokratie Jetzt und Bündnis 90, dann Mitglied Bündnis 90/Die Grünen. 1990-1993 Mitglied im Landesvorstand Thüringen von Bündnis 90, Fraktionsvorsitzende im Kreistag. 1993-1998 Landessprecherin von Bündnis 90/Die Grünen Thüringen, Beisitzerin im Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen. Seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages (Parlamentarische Geschäftsführerin, Fraktionsvorsitzende, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages). 2013 und 2017 Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen zur Bundestagswahl (per Urwahl). 2007-2021 Mitglied des Präsidiums und des Vorstandes des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Präsidentin des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages 2011 in Dresden, seit 2009 Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (von 2009-2013 Präses).
Interview
Was ist der größte Schatz in deiner Plattensammlung?
Meine erste Platte aus dem Westen – ich bin ja in der DDR geboren – war eine Platte von Frank Zappa. Die wurde in die DDR geschmuggelt und ich habe sie natürlich total gehütet. Und dann habe ich sie weitergegeben. Weitergegeben habe ich übrigens fast meine komplette Plattensammlung an meine Enkelin. Behalten habe ich aber sowas wie ”The Wall” von Pink Floyd. Warum war das für mich wichtig? Natürlich, weil “The Wall” – die Mauer für Menschen in der DDR, ein besonderes Lied war – eigentlich fast eine Hymne. Und es gab noch ganz viele andere Sachen, z.B. die Platten von Crosby, Stills, Nash & Young, Tina Turner, großartige Geschichten.
Herbert Grönemeyers “Tumult” habe ich geschenkt bekommen von meinem Sohn, der sagte: „Ich habe dir diesmal zu Weihnachten etwas Selbstgebasteltes mitgebracht.” Und ich dachte „Okay, wie meint er das?” Er hat damals auf dieser Platte mitgesungen beim Kneipenchor Berlin! Das ist ziemlich cool, dass mein Sohn und Herbert Grönemeyer auf einer Platte sind.
Ein Plattenladen war und ist für mich immer ein sehr besonderer Ort. Manchmal gehe ich ehrlich gesagt lieber nicht rein, denn ich komme da nicht wieder raus. Das dauert dann Stunden, denn dieses Stöbern in den Platten – das ist einfach etwas Großartiges.
Was macht für dich einen guten Plattenladen aus?
Erstens soll er gut sortiert sein. Zweitens soll er mich auf etwas bringen, was ich bisher noch gar nicht kannte. Drittens hat er im besten Fall jemanden da, der gute Tipps geben kann. Und viertens – vielleicht als kleinen Bonus – ich finde es ganz cool, wenn Plattenläden nicht nur neue Platten haben, sondern auch alte, denn dann kommen immer Sachen zusammen und man muss nochmal genau gucken, ob die Platte noch in Ordnung ist. Also, das gehört zum Plattenladen auch dazu: Die Platte nochmal nehmen, vorsichtig angucken und dann hören.
Wie hörst du am liebsten Platten, hast du bestimmte Rituale beim Auflegen?
Ganz wie früher: Kerze, Rotwein, Platte an. Früher in der Pubertät war die Schwierigkeit immer, dass wenn man gerade beim Küssen war, die erste Seite zu Ende war und man die Platte dann umdrehen musste. Heute muss man nicht mehr zwingend die Platte umdrehen, weil sie bei den neuen Plattenspielern einfach wieder von vorne anfängt. Das ist eine ganz gute Erfindung, finde ich.