
Erik Leuthäuser
Erik Leuthäuser ist ein Sänger und Komponist, der im Grenzbereich von Jazz und Experimental Pop arbeitet. Er sang Background für Quincy Jones, George Benson, Dee Dee Bridgewater und Jacob Collier und nahm Alben mit Jazz-Legenden wie Ken Peplowski, Alan Broadbent und Kurt Rosenwinkel auf.
Interview
Warum braucht es in 2025 und darüber hinaus Plattenläden?
Plattenläden sind weit mehr als nur Geschäfte – sie sind lebendige Orte des Entdeckens, der Vielfalt, des Austauschs und der bewussten Entschleunigung. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit bieten sie Raum für echte Begegnungen und die Liebe zur Musik in ihrer ursprünglichen Form.
Was hast du aus der Juryarbeit und dem Austausch mit den Händler*innen an Erkenntnissen mitgenommen?
Der Austausch mit den Händler*innen hat mir gezeigt, wie viel Leidenschaft, Expertise und Innovationsgeist in der deutschen Plattenladenlandschaft steckt. Gleichzeitig wird klar, wie wichtig es ist, diese besonderen Orte gezielt zu unterstützen und ihre kulturelle Bedeutung stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Was motiviert dich, auch in 2025 in der EMIL_-Jury tätig zu sein?
Mich treibt vor allem die Wertschätzung für eine Branche an, die oft im Schatten der Artists steht, dabei aber essentiell für das Musik-Ökosystem ist. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, diese Bedeutung sichtbar zu machen und die Plattenläden in ihrer wichtigen Rolle für Künstler*innen und Musikfans gleichermaßen zu stärken.
Was kann der EMIL_ deiner Meinung nach bewirken?
Der EMIL_ kann maßgeblich dazu beitragen, Plattenläden mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und ihre Förderung zu stärken. Damit trägt der Preis dazu bei, dass diese kulturell wertvollen Orte auch in Zukunft erhalten bleiben – für eine vielfältige, lebendige Musiklandschaft, die unsere Gesellschaft bereichert.
Welche Bedeutung haben Vinyl und Plattenläden in deinem Leben?
Egal in welcher Stadt ich bin, ich check immer zuerst, ob es einen Plattenladen in der Nähe gibt. Meine 1-Zimmerwohnung ist voll mit Platten und CDs und langsam gibt es ein Platzproblem. Insbesondere seltene Vocal Jazz Platten interessieren mich. Ich liebe das Gefühl eine Platte aufzulegen, die ich lange gesucht habe und die es vielleicht nicht einmal online zu hören gibt.
Welche zusätzlichen Features (neben Schallplatten) sollte deiner Meinung nach jeder gute Plattenladen besitzen?
Ich brauche keine zusätzlichen Features in einem Plattenladen. Nur ein gutes Sortiment. Und am besten nicht nur neue Re-Issues und aktuelle Platten. Ein Plus für mich ist oft, wenn man auch Platten lokaler Künstler*innen findet.
Worauf freust du dich am meisten bei der Jury-Arbeit zum EMIL_?
Wertschätzung für eine Branche zu vergeben, die mir und vielen anderen Menschen so viel Freude bringt.
Was war der letzte Vinyl-Schatz, den du im Plattenladen gefunden hast?
Dene Mustin „Sings Your Requests“
Was macht für dich den Reiz von Vinyl gegenüber digitalen Formaten aus?
Die Entschleunigung, die es mit sich bringt, eine Platte zu hören: Das Wechseln der Seiten, das Lesen der Liner Notes … Irgendwie beschäftigt man sich automatisch intensiver mit dem jeweiligen Album. Ich liebe das.